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Das Bundesjugendlager 2008

Eine Zeitreise ins „zweite Rom“

Ende Juli war es wieder soweit: Das XII. Bundesjugendlager mit über 3200 Jugendlichen war zu Gast im rheinland-pfälzischen Trier. In kürzester Zeit verwandelte sich das Trierer Messegelände in ein weiß-blaues Meer aus Zelten und THW-Fahrzeugen. Doch nicht nur das Lager selbst zeugte von einem Großereignis: Wo auch immer man in der Stadt hinblickte, begegnete man blau lackierten Fahrzeugen und Menschen in blauen T-Shirts mit dem Lager-Emblem. Eine Woche lang prägte nicht nur die Farbe Blau die ehemalige Römerstadt, sondern auch die unzähligen Lagerteilnehmer, die mit viel Spaß, Neugier und vielleicht auch im Rahmen der Stadtrallye Trier und seine Umgebung erkundeten. Neben den vielen Ausflügen, die den Junghelfern angeboten wurden, konnten sie auch an den unter-schiedlichsten Workshops teilnehmen. Außerdem sorgten viele weitere Veranstaltungen, wie etwa die Lagerolympiade, das Streitwagenrennen oder das große, von der Landesjugend Hamburg organisierte Sportturnier, für eine gelungene Abwechslung und machten das Lager zu einem unvergesslichen Erlebnis für die jungen THW-Helfer wie auch alle anderen Helfer hinter den Kulissen. Auch das Wetter bleibt unvergessen: War es tagsüber von strahlendem Sonnenschein geprägt, ergossen sich nachts Sturzbäche vom Himmel. Doch was ist eigentlich sonst noch alles passiert?

Das Lagerleben beginnt

1. Tag: Donnerstag, 24.07.2008

Viele Jugendgruppen hatten eine lange Anreise hinter sich, als sie in den frühen Morgenstunden das Messegelände in Trier erreichten. Nachdem sie sich im AK-Zelt angemeldet und alle Sachen an ihrem Zeltplatz ausgeladen hatten, ging‘s ans Aufbauen der Unterkünfte.

Bei einigen Ortsverbänden waren es weit mehr als simple SG-Zelte: Mit kreativen Ideen und klugen Einfällen wurde aus ihrer Bleibe ein ganz besonderer Hingucker. Ein erster Höhepunkt war die offizielle Eröffnungsveranstaltung am Abend, als Bundesjugendleiter Michael Becker mit einem römischen Streitwagen, eskortiert von fünf „Milites Bedenses“ (Bitburger Soldaten vom dortigen Römerverein) in die volle Messehalle einzog. Er begrüßte nicht nur die über 200 „deutschen THW-Stämme“, sondern auch eine Gruppe der polnischen Feuerwehr, die als Gast am Lager teilnahm und dankte zudem den Helfern des Technischen Hilfswerks sowie der luxemburgischen Protection Civile, die diese Riesenveranstaltung bereits seit Tagen im Messepark vorbereitet hatten. Neben einigen anderen Politikern, ließ es sich auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck nicht nehmen, in Person der Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß dem THW-Nachwuchs „eine gute Zeit“ zu wünschen. Auch der THW-Präsident Albrecht Broemme wünschte den jungen THWlern viel Spaß für die ereignisreiche Woche in Trier. Doch so nett und gut gemeint die vielen Begrüßungsworte waren, freuten sich die meisten Jugendlichen nach der langen Anfahrt wohl in erster Linie auf ihr Feldbett.

Ein sanfter Einstieg

2. Tag: Freitag, 25.07.2008

Nach dem anstrengenden ersten Tag begann der zweite etwas ruhiger: Keine großen Events, sondern kleinere Workshops, die Stadtrallye oder eigene Ausflüge bestimmten den Tagesablauf. Nach dem Abendessen allerdings folgte die Andacht, die einige Jugendliche selbst mit gestalteten und die recht gut besucht war. Im Anschluss konnte in der Hallendisco noch ordentlich gefeiert werden, auch wenn einige Junghelfer schon früh in ihren Zelten lagen, um für den morgigen Wettkampf fit zu sein.

Ein feucht-fröhlicher 3. Tag:

Samstag, 26.07.2008

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Bundeswettkampfs (siehe gesonderten Bericht). Nach der Siegerehrung und dem gemeinsamen Abendessen war, wie auf jedem Bundesjugendlager, wieder Tom Lind der Star auf der „BWK-Party“. Doch wegen des am Abend niedergegangenen Gewitters und der heftigen Regenschauer blieb die Halle, verglichen mit den Vorjahren, leerer. Da der trockene Lagerboden das Wasser nicht so schnell hatte aufnehmen können, wurden viele Zelte vom Wasser regelrecht überschwemmt. Die meisten Junghelfer konnten sich mit selbstgezogenen Gräben und vom Arbeitskreis 3 zur Verfügung gestellten Sandsäcken behelfen. Andere Ortsverbände traf es jedoch schlimmer, so dass sie vorübergehend in der Messehalle untergebracht werden mussten. Doch trotz des schlechten Wetters ließen sich die Jugendlichen den Spaß nicht nehmen, sondern genossen teilweise sichtlich die Möglichkeit, ihr Fachwissen praktisch einsetzen zu können.

Jetzt wird‘s sportlich

4. Tag: Sonntag, 27.07.2008

Der Sonntag gilt zwar landläufig als Ruhetag, doch nicht beim THW-Bundesjugendlager: Dort stand er ganz im Zeichen von Sport und Aktivität, denn im Trierer Moselstadtion fand der von der Landesjugend Hamburg organisierte THW-Sporttag statt. 

Fußballspiel beim Sporttag
Fußballspiel beim Sporttag

Schon beim Betreten des Stadions waren die lauten Anfeuerungsrufe der Zuschauer zu hören: „Gebt mir ein I, gebt mir ein D, gebt mir ein A ... Idar-Oberstein!“ Trotz der motivierenden Zurufe der Fans konnte das rheinland-pfälzische Basketballteam zwar nicht den Sieg davon tragen, doch ging es in erster Linie ohnehin um den Spaß an der Sache. Ob Fußball, Basketball oder dem, auch den Älteren noch aus Schulzeiten bekannten, Völkerball: Die Jugendlichen hatten sichtlich ihren Spaß und legten einen erstaunlichen Ehrgeiz an den Tag, trotz der unheimlich heißen Temperaturen. Im Anschluss an das gut besuchte Sportturnier kühlten sich viele Jugendgruppen verdienterweise noch im Schwimmbad ab.

Mit einer Mischung aus Rock, Polka und Folkelementen, der so genannten Hardpol¬ka, heizte die Trierer Band „The Shanes“ am Abend noch die Messehalle ein. Dabei konn¬ten die Teilnehmer des Sportturniers mit ihren Freunden ausgelassen ihre tollen Leistungen feiern.

Ein römischer Wettkampf im 21. Jahrhundert

5. Tag: Montag, 28.08.2008

Die Zuschauer fieberten mit den römischen Feldherren in ihren Streitwagen, das ganze Kolosseum tobte ... Ach nein, das ganze Bundesjugendlager in Trier tobte, denn nicht nur die Römer unterhielten sich damals mit Streitwagenrennen, auch unsere Junghelfer und -helferinnen lieferten sich ein packendes Duell. Die vom stellvertretenden Landesjugendleiter Hessen, Stephan Berger, in aufwendiger Handarbeit gestalteten Wagen wurden von vier menschlichen Pferden ins Ziel gezogen, doch nicht ohne zuvor an zahlreichen Hindernissen vorbei navigiert zu werden: Es mussten beispielsweise Luftballons mit an einem Stab befestigten Nägeln zum Platzen gebracht und der Streitwagen über zwei Rampen gesteuert werden. Passend in die Zeit der Rennen im Kolosseum, hatten sich dich die Mannschaften allesamt in römische Gewänder gekleidet, wofür sie je nach Kreativität noch extra Punkte erhielten. Den Sieg nach dem spannenden Sreitwagenrennen trug am Ende der OV Velbert davon. Am Abend rockte die Kölner Band Peilomat in der Trierer Messehalle und sorgte für ausgelassene Stimmung und einen gelungenen Ausklang des Tages.

Der olympische Gedanke zählt

6. Tag: Dienstag, 29.08.2008

„Dabei sein ist alles!“ – so lautet nicht nur das Motto jeder Olympischen Spiele, son¬dern auch das der diesjährigen Lagerolympiade. An insgesamt 21 Stationen mussten die Jung-Olympioniken des THW ihre Geschicklichkeit, Ausdauer, Kraft und Clever¬ness unter Beweis stellen. Dabei reichten die Disziplinen von Schwammwerfen und Frisbee-Bowling über Stabstaffel und Bier¬kastenschlange bis hin zu Doppelsackhüpfen und Siamesischem Skilauf. Mit Grips kam man beim „Wortspiel“ weiter, schauspielerisches Talent führte bei der „THW-Pantomime“ zum Sieg. Verantwortlich für die Lagerolympiade zeichnete sich der THW-Bezirksjugendleiter Mittelfranken, Thomas Schütz, der von rund 50 Helfern unterstützt wurde. Die 30 teilnehmenden Ortsverbände hatten einen Heidenspaß bei diesen etwas anderen und ausgefallenen Olympischen Spielen.

Spannend wurde es dann noch mal am Abend, hatten sich bis zum Mittag kaum Jugendliche zum Bunten Abend angemeldet. Doch trotz der regen Nichtbeteili¬gung, haben die Organisatoren kurzfristig noch ein Programm aufgestellt, das sich sehen lassen konnte: Angefangen mit einer Modenschau á la „Germany‘s next Top-Model“ und einer Merengue-Vorführung, bei der auch das Publikum mit eingespannt wurde, folgten, neben einigem Anderen, Sketchparodien rund um Werbefilme, eine Jonglage- und eine Komikeraufführung sowie eine Gesangsdarbietung dreier Mädels, die ohne Zugabe nicht wieder von der Bühne gelassen wurden. Insgesamt also ein recht gelungener „Bunter Abend“.

Siegerehrung und Feuerwerk

7. Tag: Mittwoch, 30.08.2008

Am vorletzten Lagertag wird das Herz immer schon ein kleines bisschen schwerer. Doch die Jugendlichen machten dennoch das Beste daraus, besuchten noch einige Workshops, unternahmen einen letzten Ausflug oder verbrachten die Zeit mit neu gewonnenen Freunden. Am Abend wurden alle Preise für die verschiedenen Lager-Wettkämpfe an die Sieger überreicht. Auch dankte Bundesjugendleiter Michael Becker gemeinsam mit dem Landesbeauftragten des THW-Länderverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Werner Vogt, allen ehren- und hauptamtlichen Helfern für ihr „wahnsinnig tolles Engagement“. Mit einem grandiosen Feuerwerk endete der letzte Lagerabend.

8.Tag: Donnerstag, 31.08.2008

Nach einer Woche Lagerleben, viel Spaß, neuen Freundschaften und einer Menge toller Eindrücke endete das XII. Bundesjugendlager in Trier. Die Sachen wurden eingepackt, die Zelte abgebaut und die Heimreise begann. Obwohl der Platz am Ende da lag, als sei nichts gewesen, war es doch ein tolles Lager und alle fuhren mit vielen schönen und beeindruckenden Erlebnissen und Erinnerungen nach Hause. Bis zum nächsten Bundesjugendlager und eine tolle Zeit mit der THW-Familie.

Marina Schiemenz

 
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